Die denkmalgeschützte Caligari Filmbühne in der Wilhelmstraße 36 in Wiesbaden steht kurz vor ihrer Wiedereröffnung. Nach einer umfassenden Sanierung plant die Stadt, den Kinobetrieb ab Donnerstag, dem 2. April, wieder aufzunehmen. Mit dem Abschluss der Arbeiten soll ein zentraler Kulturort technisch und baulich erneuert in Betrieb gehen.
Modernisierung mit Blick auf Denkmalschutz und Sicherheit
Im Zuge der Sanierung wurden zentrale Gebäudetechnik und brandschutztechnische Anlagen erneuert. Ziel der Maßnahmen war es, heutige Sicherheitsstandards zu erfüllen und zugleich die besondere Atmosphäre des historischen Hauses zu bewahren. Die Verantwortlichen betonen, dass die Arbeiten sowohl funktionale Anforderungen eines modernen Kinobetriebs als auch die Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigen mussten.
Unvorhergesehene Bauprobleme und Anpassungen
Die Bauphase war von wiederholt auftretenden, unerwarteten baulichen Situationen geprägt, die zusätzliche Abstimmungen und Änderungen erforderlich machten. Nach Angaben der Projektbeteiligten erforderten diese Überraschungen kreative Lösungen und enge Kooperation zwischen Architekten, Projektsteuerung und den ausführenden Gewerken. Der Projektleiter von WiBau, Hartmut Herreiner, machte deutlich, dass die tatsächliche Komplexität historischer Gebäude oft erst im Bauverlauf sichtbar wird und nur durch intensive Zusammenarbeit bewältigt werden konnte.
Architekt Uwe Bordt erläuterte, dass die architektonische Aufgabe darin bestand, die Identität des Hauses zu erhalten und gleichzeitig die funktionalen und sicherheitstechnischen Vorgaben zu integrieren. Die Mehrzahl der Lösungen sei individuell entwickelt worden, um sowohl der historischen Bausubstanz als auch den aktuellen technischen und brandschutzrechtlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Wiederaufnahme des Spielbetriebs und Ausblick
Nach Fertigstellung der laufenden Arbeiten soll der reguläre Vorführbetrieb wieder beginnen. Zugleich laufen weitergehende Maßnahmen: Für das anstehende Jubiläum im Dezember 2026 sind zusätzliche Baumaßnahmen geplant, darunter der Einbau einer WC Anlage unterhalb der Bühne, um den Komfort für Besucher zu erhöhen. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl bezeichnete die nun möglichen Vorpremieren und die Wiederaufnahme des Spielbetriebs als wichtigen Schritt, auch wenn hinter den Kulissen noch Restarbeiten durchgeführt werden.
Vertreter von WiBau und des Aufsichtsrats hoben die Bedeutung des Projekts für die Stadt hervor. WiBau Geschäftsführer Christoph Golla verwies auf den hohen Einsatz aller Beteiligten, mit dem sich immer wieder tragfähige Lösungen gefunden hätten. Andreas Kowol, Aufsichtsratsvorsitzender von WiBau, betonte, dass die Sanierung zeige, wie wichtig die Erhaltung historischer Kulturorte für die Zukunftsfähigkeit der Stadt sei.

