Dienstag, 28.04.2026

Zehn Wiesbadener Kitas erhalten DGE Fit Kid Zertifikat für geprüfte Verpflegung und Ernährungsbildung

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Im Wiesbadener Rathaus sind am Freitag, 24. April, zehn städtische Kindertagesstätten mit dem Fit Kid Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ausgezeichnet worden. Die Auszeichnungen stehen für 42 städtische Einrichtungen, deren Verpflegung regelmäßig extern nach dem DGE Qualitätsstandard überprüft wird. Die Zertifizierung wurde in der Stadt zum fünfzehnten Mal erreicht.

Auszeichnung und Hintergründe

Die prämierten Kitas erhielten die Auszeichnung als Anerkennung dafür, dass ihre Verpflegung und die Ernährungsbildung den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entsprechen. Grundlage sind verbindliche Qualitätskriterien, die von der Auswahl der Lebensmittel über die Zubereitung bis zur pädagogischen Begleitung der Mahlzeiten reichen. In regelmäßigen Audits weisen die Einrichtungen nach, dass sie diese Anforderungen erfüllen.

Dr. Anna Kaiser, Geschäftsführerin der DGE Sektion Hessen, hob in ihrem Grußwort die Rolle der Wiesbadener Einrichtungen hervor. „Sie schaffen damit täglich Räume für Gesundheitsförderung, für Bildung und für nachhaltiges Handeln“, schrieb sie. Von 68 in Hessen zertifizierten Kitas befänden sich 42 in Wiesbaden, was laut Kaiser einen hohen Anteil darstelle.

Konzept und Praxis in den Kitas

In den städtischen Kindertagesstätten wird den Angaben zufolge täglich frisch gekocht. Die Mahlzeiten werden in eigenen Produktionsküchen von ausgebildeten Fachkräften zubereitet. Es handelt sich nicht nur um Versorgung, sondern um ein verbindlich organisiertes Angebot, das auch pädagogische Ziele verfolgt.

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher verwies auf die Bildungsfunktion von Mahlzeiten. „Beim Essen in der Kita geht es um mehr als die reine Versorgung der Kinder. Sie lernen, wie vielfältig Lebensmittel sind, probieren Neues aus und entwickeln ihren eigenen Geschmack. Gleichzeitig erleben sie feste Abläufe und Gemeinschaft am Tisch. Und sie bekommen jeden Tag eine gute, ausgewogene Mahlzeit“, sagte Becher.

Thomas Scheffler, Leiter der Abteilung Kindertagesstätten und Kindertagespflege, betonte die Verzahnung von Verpflegung und pädagogischer Arbeit. „Kinder sollen nicht nur versorgt werden, sondern positive Erfahrungen mit Essen machen und ein Gefühl für ausgewogene Ernährung entwickeln“, erklärte er. Für das Gelingen arbeiteten Leitung, Hauswirtschaft und Erziehungspersonal zusammen.

Berichte aus der Küche und dem Alltag

In einem Interview mit der Fachreferentin Stephanie Fromme kamen auch Mitarbeitende aus den Kitas zu Wort. Alexander Groß, Koch in der Kita Wörther See Straße, beschrieb seine Arbeit wie folgt: „Hier koche ich mit guten, frischen Lebensmitteln, häufig von unserem Bauer aus der Nachbarschaft. Wir kaufen auch Bio Produkte ein. Und gegenüber der Gastronomie habe ich Arbeitszeiten, die sich viel besser mit Familie und Freizeit vereinbaren lassen.“

Elisabete Rodrigues, Leiterin der Kita Scharnhorststraße, schilderte die Praxis der Ernährungsbildung. „Es geht um Transparenz, Mitwirken und Selbständigkeit. Die Kinder erhalten einen Einblick in den Prozess von den einzelnen Zutaten bis zum Gericht und lernen, wie man mit Küchenwerkzeug umgeht. Sie können aktiv zum Gelingen der Mahlzeit beitragen. Und man sieht ihnen die Freude und den Stolz dabei an“, sagte sie.

Laut DGE finden mit der Zertifizierung auch Anerkennung und Sichtbarkeit für die Arbeit des Personals statt. Dr. Kaiser wies darauf hin, dass die Mitarbeitenden der Kindertagesstätten, insbesondere das Hauswirtschaftspersonal, mit dem Zertifikat auch Wertschätzung für ihre tägliche Arbeit erhalten. „Das größte Lob erhalten Sie täglich von den Kindern selbst“, fügte sie hinzu.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass die Auszeichnungen auf regelmäßigen Prüfungen beruhen und Bestandteil eines dauerhaften Qualitätsmanagements für die Verpflegung in kommunalen Kitas sind.

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