Dienstag, 27.01.2026

Rheingau Taunus Kreis plant zusätzliche Klassen, wenn Gymnasien überzeichnet sind

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Der Rheingau Taunus Kreis will im Falle einer Überzeichnung von Gymnasien zusätzliche Eingangsklassen einrichten, um Schülern einen wohnortnahen Übergang in die weiterführende Schule zu ermöglichen. Die Maßnahme soll die Folgen eines neuen Losverfahrens abfedern, das ab dem Schuljahr 2025/26 im Bereich des Staatlichen Schulamtes Wiesbaden eingeführt wird.

Gerichtsurteil und neues Losverfahren

Hintergrund ist ein Urteil des Verwaltungsgerichts Wiesbaden zur Aufnahme von Lerngruppen, das das Staatliche Schulamt veranlasst hat, bei übersteigenden Anmeldezahlen ein Losverfahren durchzuführen. Kommt es an einer Schule zu mehr Anmeldungen als Plätzen, entscheidet künftig das Los unabhängig vom Wohnort der Schüler. Die Reihenfolge von Erstwunsch, Zweitwunsch und Drittwunsch bleibt nach Angaben des Kreises weiterhin relevant und kann die Chancen auf einen gewünschten Platz beeinflussen.

Konkrete Regelung im Rheingau Taunus Kreis

Im Kreisgebiet sei erwartungsgemäß vor allem mit Überzeichnungen an den Gymnasien in Taunusstein und Idstein zu rechnen. Als Übergangslösung hat der Kreis angekündigt, bei Bedarf am Gymnasium Taunusstein eine zusätzliche Klasse des Jahrgangs 5 einzurichten. Für Idstein ist vorgesehen, bei Bedarf ergänzend zur Pestalozzischule die Limesschule zu öffnen, damit das gemeinsame Angebot vor Ort ausreicht.

Landrat Sandro Zehner bezeichnete das neue Losverfahren als Auslöser vieler Fragen bei Familien und betonte, man nehme die Rückmeldungen ernst und spreche eng mit allen Beteiligten. Er hob hervor, dass die Kapazitätserweiterung dazu beitragen solle, den Übergang planbar zu halten und einen wohnortnahen Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen.

Zahlen, Prognosen und Beratung

Der Kreis weist darauf hin, dass im gesamten Gebiet keine generelle Kapazitätsüberschreitung erwartet wird. Im vergangenen Schuljahr lag die Erfüllung des Erstwunsches im Kreis bei knapp 95 Prozent. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler steigt laut Kreisangaben nach einer leichten Abnahme bis 2020/21 wieder an und erreicht im Schuljahr 2025/26 voraussichtlich 19 624. Für die Zeit ab 2027 wird ein Rückgang prognostiziert, der sich auf die Auslastung der Schulen auswirken dürfte.

Die Kreisverwaltung empfiehlt Eltern, sich frühzeitig mit den Schulangeboten auseinanderzusetzen und eine gut informierte Wunschreihenfolge anzugeben. Christina Schiller vom Fachdienst Schulen sagte, eine wohlüberlegte Wahl erhöhe die Chancen, den gewünschten Platz zu bekommen, und stärke die Planungssicherheit für Familien.

Weitere Informationen und Antworten auf häufige Fragen stellt der Rheingau Taunus Kreis in einem FAQ zum Losverfahren bereit.

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